{"id":629,"date":"2012-11-02T06:53:17","date_gmt":"2012-11-02T05:53:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fanprojekt-magdeburg.org\/wp\/?p=629"},"modified":"2019-03-12T06:56:46","modified_gmt":"2019-03-12T05:56:46","slug":"fangipfel-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fanprojekt.derparitaetische.de\/?p=629","title":{"rendered":"Fangipfel in Berlin"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">Fan-Gipfel formuliert zentrale Positionen, Angebote und Forderungen<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr als 250 Fanvertreter von 49 Vereinen der 1. bis 4. Liga trafen  am 1. November 2012 in Berlin\u00a0 zu einem Fangipfel zusammen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-white-color has-bright-blue-background-color\">Mit dabei  waren auch die Mitarbeiter des Fanprojektes Magdeburg, die sich zusammen  mit Vertretern der Magdeburger Ultras und des FanRat e.V. des 1. FC  Magdeburg aktiv in die Diskussion einbrachten. <\/p>\n\n\n\n<p>Ziel des Fan-Gipfels war  es, eine gemeinsame Positionierung gegen\u00fcber dem DFL-Konzeptpapier  \u201eSicheres Stadionerlebnis\u201c zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nach einer Analyse der Ereignisse seit der Sicherheitskonferenz im \nJuli in Berlin wurden die sich daran anschlie\u00dfenden \u00c4u\u00dferungen der \nPolitik referiert und kommentiert. Es folgte eine Selbstreflexion \nhinsichtlich des Fanverhaltens, das zur \u00f6ffentlichen Wahrnehmung eines \nGewaltproblems im Fu\u00dfball gef\u00fchrt hat. Anschlie\u00dfend wurde die Rolle der \nFu\u00dfballverb\u00e4nde DFB und Ligaverband als \u201eInteressensverb\u00e4nde Fu\u00dfball\u201c \nund ihr Agieren in der \u00d6ffentlichkeit er\u00f6rtert sowie M\u00f6glichkeiten \ndiskutiert, das Verhalten der Verb\u00e4nde im Sinne des Kulturgutes Fu\u00dfball \nzu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach konstruktiver Diskussion, in der  sich zahlreiche Fanvertreter \nzu Wort meldeten, einigte sich das Plenum  auf zentrale Positionen, \nAngebote und Forderungen: <\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Sicheres Stadionerlebnis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Deutschlands Fu\u00dfballstadien gen\u00fcgen  h\u00f6chsten Sicherheitsstandards. \nEine Beeintr\u00e4chtigung des  Stadionerlebnisses z.B. durch unzumutbare \nPersonenkontrollen und eine  nachhaltige Besch\u00e4digung traditioneller \nFu\u00dfballkultur in den Stadien  etwa durch die Abschaffung von Stehpl\u00e4tzen\n ist sachlich nicht begr\u00fcndet  und wird daher abgelehnt. Verantwortlich \nf\u00fcr die Sicherheit in ihren  Stadien sind die Vereine. Sie m\u00fcssen \ndeshalb von den Verb\u00e4nden den  n\u00f6tigen Spielraum bekommen, lokal \nwirksame, den individuellen  Gegebenheiten entsprechende \nSicherheitskonzepte zu entwickeln und  umzusetzen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Fans, Vereine und Verb\u00e4nde bilden Solidargemeinschaft Fu\u00dfball<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fu\u00dfball lebt von den Vereinen, die ihn  betreiben, von den Verb\u00e4nden,\n die ihn organisieren und vermarkten und  den Fans, die ihn lieben und \nzu einem emotionalen Kulturgut machen. Alle  Akteure, insbesondere \njedoch der DFB als gr\u00f6\u00dfter Sportverband  Deutschlands und der \nLigaverband als Vertretung der beiden  umsatzst\u00e4rksten Fu\u00dfballligen \nDeutschlands, sind aufgefordert,  ungerechtfertigten Angriffen \ninhaltlich fundiert entgegenzutreten und  unberechtigte Forderungen \ndeutlich und \u00f6ffentlich wirksam  zur\u00fcckzuweisen. Der Fan-Gipfel fordert \nbeide Verb\u00e4nde auf, das  behauptete Gewaltproblem im deutschen Fu\u00dfball \nschnellstm\u00f6glich  unabh\u00e4ngig und differenziert untersuchen zu lassen, um\n die auch medial  hitzig gef\u00fchrte Debatte zu versachlichen. Dar\u00fcber \nhinaus muss  eingeleiteten Ma\u00dfnahmen (z.B. 10-Punkte-Plan, AG Fanbelange\n beim DFB)  Zeit zur Entfaltung ihrer Wirkung gegeben werden, anstatt \nsie durch  st\u00e4ndig neue Konzepte (\u201eSicheres Stadionerlebnis\u201c) selbst zu \n unterlaufen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Gewaltfreiheit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung  im Zusammenhang mit \nFu\u00dfballspielen lehnt der Fan-Gipfel  selbstverst\u00e4ndlich sowohl innerhalb\n als auch au\u00dferhalb von  Fu\u00dfballstadien strikt ab. Der Fan-Gipfel ruft \nalle Beteiligten dazu auf,  gewaltt\u00e4tige Auseinandersetzungen zu \nvermeiden und Straftaten  entgegenzuwirken. Wer nachweislich gegen \ngeltendes Recht verst\u00f6\u00dft, ist  nach geltendem Recht zu sanktionieren. \nDer Fu\u00dfball braucht kein  Parallelstrafrecht und keine Kollektivstrafen.\n <\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Dialog beginnt im Verein<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>DFB und Ligaverband agieren im Auftrag  ihrer Mitglieder: der \nVereine. Die Ber\u00fccksichtigung von Faninteressen  und die lokale L\u00f6sung \nvon Problemen ist deshalb zuerst Aufgabe der  Vereine. Der Fan-Gipfel \nruft Deutschlands Fu\u00dfballfans dazu auf, sich f\u00fcr  einen Dialog auf \nAugenh\u00f6he in ihren Vereinen zu engagieren, die  Vertretung ihrer \nInteressen dort strukturell zu verankern und aktiv  wahrzunehmen. Der \nFan-Gipfel fordert die Vereine auf, den Dialog mit  ihren Fans \nwahrzunehmen und sie in Entscheidungen einzubeziehen, ihre  pr\u00e4ventive \nArbeit zu verst\u00e4rken und mehr Mittel f\u00fcr die Fanbetreuung zur  Verf\u00fcgung\n zu stellen. Gleichzeitig geht auch hier ein Appell an  Polizei, Fans \nund Politik, die Verantwortung zum Dialog anzunehmen und  nicht \nvermeintliche Solidarit\u00e4t\/Corpsgeist \u00fcber Recht, Verein bzw.  Vernunft \nzu stellen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>5. Verb\u00e4nde in der Verantwortung f\u00fcr das Kulturgut Fu\u00dfball<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der DFB und der Ligaverband tragen  Verantwortung f\u00fcr den Erhalt des \nFu\u00dfballs als Massenkultur. Sie werden  aufgefordert, ihre \nMitgliedsvereine zur Ber\u00fccksichtigung der  Faninteressen anzuhalten. Der\n Fan-Gipfel fordert DFB und Ligaverband  auf, die Aufnahme von \nFanvertretern in ihre Gremien satzungstechnisch zu  erm\u00f6glichen und \numzusetzen. Die Verb\u00e4nde werden aufgerufen, mehr Mittel  f\u00fcr pr\u00e4ventive \nFanarbeit zur Verf\u00fcgung zu stellen. Erh\u00f6hung statt  Umverteilung der \nMittel kann die M\u00f6glichkeiten pr\u00e4ventiver Arbeit  erheblich verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>6. Pyrotechnik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bez\u00fcglich der Legalisierung von  Pyrotechnik besteht weiterhin \nerheblicher Diskussionsbedarf, da eine  einheitliche Position zum \njetzigen Zeitpunkt nicht erkennbar ist. Der  Abbruch der Gespr\u00e4che zu \ndiesem Thema von Seiten der Verb\u00e4nde stellt  einen entscheidenden \nWendepunkt im Verh\u00e4ltnis zu den Fans dar. Es darf  im Dialog zwischen \nVerb\u00e4nden, Vereinen und Fans keine Tabus geben, das  gilt auch f\u00fcr \nPyrotechnik.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abschlie\u00dfend richtet sich der Fan-Gipfel mit einem Appell an die Politik:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vereine und Fans d\u00fcrfen nicht f\u00fcr den  Wahlkampf missbraucht werden. \nFu\u00dfball begeistert Millionen Menschen in  Deutschland, er sorgt f\u00fcr \nIdentifikation, soziale Strukturen und nicht  zuletzt f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze \nund erhebliche Steuereinnahmen und er genie\u00dft  h\u00f6chste \u00f6ffentliche \nAufmerksamkeit. Der Fan-Gipfel fordert die Vertreter  der Politik \u2013 den \nBundesinnenminister und die Innenminister der L\u00e4nder \u2013  dringend auf, \nden Fu\u00dfball nicht zu benutzen, um von politischen  Vers\u00e4umnissen in \nanderen Bereichen abzulenken. Gleichzeitig sind die  Sozialminister \ndringend gefordert, die ihnen zustehende Verantwortung  \nwiederzuentdecken und wahrzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fcrzungen in der Sozialpolitik z.B. bei  \u00f6ffentlichen Angeboten f\u00fcr \nKinder und Jugendliche oder Stellenabbau im  \u00f6ffentlichen Dienst z.B. \nbei der Polizei gehen an keiner Gesellschaft  wirkungslos vorbei und \nwurden von gro\u00dfen Teilen der Bev\u00f6lkerung in den  vergangenen Jahren \nrelativ klaglos hingenommen. Am  \u00f6ffentlichkeitswirksamen Thema Fu\u00dfball \njetzt ein Exempel zu statuieren  und den Vereinen die L\u00f6sungen h\u00f6chst \nkomplizierter sozialer Probleme  abzuverlangen, ist in h\u00f6chstem Ma\u00dfe \nunfair und ebenso kurzsichtig. Die  aufgebaute Drohkulisse f\u00fchrt dazu, \ndass diese sozialen Probleme im  Rahmen des Fu\u00dfballs nicht gel\u00f6st, \nsondern h\u00f6chstens verlagert werden.  Dieses Verhalten muss im Interesse \nder \u00fcbergro\u00dfen Mehrheit der  Fu\u00dfballfans, aber auch der \nZivilgesellschaft, dringend abgestellt  werden, um Straftaten im Umfeld \ndes Fu\u00dfballs wirksam begegnen zu k\u00f6nnen  und gemeinschaftlich an der \nL\u00f6sung gesellschaftlicher Probleme  mitzuwirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erwarten von den Verb\u00e4nden und  Vereinen die Einbindung von Fans \nin den Meinungsbildungs- und  Entscheidungsprozess. Diesen Prozessen ist\n die erforderliche Zeit  einzur\u00e4umen, der 12. Dezember ist aus unserer \nSicht nicht einzuhalten.  Von den Verb\u00e4nden erwarten wir ein \nverbindliches Angebot an die Fans,  Vereine und das Organisationsb\u00fcro \ndes Fan-Gipfels. Vereinbart wurde  zudem die Organisation einer \nFolgeveranstaltung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fan-Gipfel formuliert zentrale Positionen, Angebote und Forderungen Mehr als 250 Fanvertreter von 49 Vereinen der 1. bis 4. Liga trafen am 1. November 2012 in Berlin\u00a0 zu einem Fangipfel zusammen. Mit dabei waren auch die Mitarbeiter des Fanprojektes Magdeburg, die sich zusammen mit Vertretern der Magdeburger Ultras und des FanRat e.V. des 1. FC Magdeburg &hellip; <a href=\"https:\/\/www.fanprojekt.derparitaetische.de\/?p=629\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eFangipfel in Berlin\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":630,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fanprojekt.derparitaetische.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/629"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fanprojekt.derparitaetische.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fanprojekt.derparitaetische.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fanprojekt.derparitaetische.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fanprojekt.derparitaetische.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=629"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.fanprojekt.derparitaetische.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/629\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":632,"href":"https:\/\/www.fanprojekt.derparitaetische.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/629\/revisions\/632"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fanprojekt.derparitaetische.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/630"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fanprojekt.derparitaetische.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=629"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fanprojekt.derparitaetische.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=629"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fanprojekt.derparitaetische.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=629"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}